Beste Atmosphäre zum Einstieg

Das neue Stationäre Hospiz St. Vinzenz Pallotti ist ein wichtiger Bestandteil der Hospiz- und Palliativversorgung in Oberhausen – und damit auch ein bedeutender Baustein im Palliativnetz Oberhausen. Denn dort, wo schwerkranke und sterbende Menschen sowie ihre Zugehörigen Begleitung brauchen, kommt es auf verlässliche Orte, gute Zusammenarbeit und ein starkes Miteinander an.

Mit der Eröffnung des neuen stationären Hospizes im Pankratius-Viertel gewinnt dieses Netzwerk einen Ort hinzu, der Haltung, Gastfreundschaft und fachliche Begleitung miteinander verbindet. Das Hospiz St. Vinzenz Pallotti ist Teil der Christlichen Hospize Oberhausen und gehört als stationäres Angebot zum Palliativnetz Oberhausen. Hier werden Menschen in ihrer letzten Lebensphase begleitet – würdevoll, zugewandt und mitten in der Stadtgesellschaft.

Nach rund dreieinhalb Jahren Vorbereitungszeit wurde also am 29. Mai 2026 das neue Stationäre Hospiz im Pankratius-Viertel offiziell eröffnet. Rund 100 Besucherinnen und Besucher folgten der Einladung und füllten nach und nach die neuen, hellen Räume. Es war eine besondere Situation: Hier und da waren noch letzte Handwerker im Haus unterwegs, während festlich gekleidete Gäste eintrafen, sich austauschten und schnell eine Atmosphäre der Vorfreude entstehen ließen. Aus einem Neubau wurde an diesem Tag spürbar ein Ort, der Menschen willkommen heißt.

In dieser positiven Stimmung eröffnete Caritasdirektor Michael Kreuzfelder den Festakt. Er begrüßte die Gäste und Würdenträger des Tages und nahm die Anwesenden mit auf eine kleine Gedankenreise, in der auch der ökumenische Ansatz des neuen Hospizes eine wichtige Rolle spielte. Die beiden christlichen Kirchen in Oberhausen tragen dieses Hospiz gemeinsam – aus der Überzeugung heraus, dass die Würde eines Menschen auch dann unverändert bleibt, wenn die Kräfte nachlassen.

Mit seiner offenen und zugleich feierlichen Art führte Kreuzfelder durch den Vormittag und übergab anschließend an Oberbürgermeister Thorsten Berg. Auch er griff den Gedanken der Verantwortung füreinander auf: Eine Stadtgesellschaft zeige ihre Stärke besonders dort, wo Menschen Unterstützung brauchen. Berg hat sich in seiner noch jungen Amtszeit bereits mehrfach der Hospizarbeit zugewandt. Dass er sich auch über seine Redezeit hinaus sichtbar für die Arbeit im Stationären Hospiz interessierte, war ein starkes Zeichen der Wertschätzung.

Während die sommerlichen Temperaturen des Tages langsam stiegen, sprach mit Ulrike Schachner ein Mitglied des Vorstands der GE-WO, die das Gebäude als Bauherrin und Vermieterin verwaltet. Ihr war anzumerken, dass auch für sie diese Eröffnung ein besonderer Moment war. Gerade in einem Hospiz seien viele Anforderungen nicht auf den ersten Blick sichtbar, aber für die Menschen, die dort leben und arbeiten, von unschätzbarer Bedeutung. Auch sie betonte – wie viele Redende an diesem Tag – die besondere Bedeutung des neuen Standortes mitten in Osterfeld: nicht abseits des Lebens, sondern bewusst mittendrin.

Anschließend blickte der Vorsitzende des Fördervereins, Wilfried Landfermann, auf die Geschichte des stationären Hospizes in Osterfeld und die Entwicklung des Fördervereins zurück. Danach traten Propst und Stadtdechant André Müller sowie Hospiz-Seelsorgerin Stephanie Hermann vor die Gäste. Ihnen kam die besondere Aufgabe zu, das neue Haus zu segnen. Nach einem Segensgebet wurden die Räume des Hospizes mit geweihtem Wasser besprengt – ein sichtbares Zeichen dafür, das Haus unter den Schutz Gottes zu stellen.

Bevor der offizielle Teil endete, informierte Michael Kreuzfelder die Anwesenden noch über den Wechsel in der Leitung des neuen Hauses. Der bisherige Hospizleiter Andreas Stahl hatte den Staffelstab bereits zum 1. Mai an Anna Herten übergeben. Stahl hat den Neubau von Beginn an maßgeblich mitgeprägt und widmet sich nun vor allem der psychosozialen Begleitung der hospizlichen Gäste. Anna Herten übernimmt mit ihrem Team die Organisation des Hospizes. (christlichehospize-oberhausen.de)

Dann eröffnete der Caritasdirektor das Büffet und lud die Gäste ein, das neue Gebäude und die individuell gestalteten Räume in Ruhe kennenzulernen. Was um 10 Uhr offiziell begonnen hatte, reichte bis in den Nachmittag hinein. Zu groß war das Interesse, zu lebendig der Austausch, zu spürbar die Freude über diesen neuen Ort.

Von einem rauschenden Fest zu sprechen, mag angesichts eines Hospizes zunächst ungewöhnlich erscheinen. Und doch passte genau diese Freude zu einem Haus, das mitten in der Gesellschaft und mitten im Leben verankert sein möchte. Für die stillen, schweren und traurigen Momente wird hier künftig ebenso Raum sein. An diesem Tag aber stand die Freude im Vordergrund. Eine bessere Atmosphäre hätte dieses neue Hospiz kaum aufnehmen können.

Für das Palliativnetz Oberhausen ist die Eröffnung des neuen Stationären Hospizes St. Vinzenz Pallotti mehr als ein einzelner Meilenstein. Sie zeigt, wie wichtig abgestimmte Strukturen, engagierte Menschen und verlässliche Orte sind, wenn schwerkranke und sterbende Menschen sowie ihre Zugehörigen Begleitung brauchen. Im Zusammenspiel der Netzwerkpartner entsteht genau das, was Hospiz- und Palliativversorgung in Oberhausen ausmacht: Unterstützung, die trägt – menschlich, fachlich und gemeinsam.