Das Palliativnetz Oberhausen e.V. erweitert sein Angebot um einen neuen, in Oberhausen bislang einzigartigen Baustein: FIBS – Familien. Informieren. Beraten. Stärken. Nach der Konzept- und Aufbauphase befindet sich das Team seit Monaten in der Umsetzung – Anfang März eröffnet die Beratungsstelle an der Steinbrinkstraße 227 in 46145 Oberhausen-Sterkrade. Damit schlägt das Palliativnetz erstmals ganz bewusst die Brücke von der Netzwerk- und Koordinationsarbeit hin zu einem konkreten, operativen Beratungsangebot für Bürgerinnen und Bürger.
FIBS ist ab Diagnosestellung da. Denn schwere Erkrankungen betreffen nicht nur den Körper, sie verändern Beziehungen, Rollen, Alltagsroutinen, Sicherheit und Sinnfragen. Das ganze Familiensystem gerät ins Wanken. Und genau hier greift das Palliativnetz: mit seiner ganzheitlichen Orientierung auf körperliche, psychische, soziale und spirituelle Dimensionen und mit der Erfahrung, dass diese Perspektiven im Krankheitsverlauf oft zu spät berücksichtigt werden.
„Wir sehen in der Hospiz- und Palliativarbeit den Menschen immer in allen Dimensionen und schließen auch sein Umfeld ein,“ sagt Nicole Peters-Bokelmann, Netzwerkkoordinatorin des Palliativnetzes sowie systemische Kinder- und Jugendtherapeutin, Hospizkoordinatorin und Psychoonkologin.
Im Mittelpunkt stehen Kinder und Jugendliche, die in belastenden Phasen häufig „mitlaufen“ und deren seelische Folgen sich nicht selten später zeigen. FIBS will präventiv stärken, Orientierung geben und Familien im Gespräch unterstützen: Wie sprechen wir über die Diagnose? Wie beziehen wir Kinder altersgerecht ein? Was hilft, wenn Unsicherheit und Hilflosigkeit den Alltag bestimmen?
Die Stärke des Netzwerks fließt direkt in die neue Beratungsstelle ein. Denn FIBS berät nicht nur, sondern vermittelt gezielt weiter – etwa zu Pflegeberatung, städtischen Unterstützungsangeboten, Familienberatung oder palliativmedizinischen Themen. „Unser Netzwerk bündelt Kompetenzen, die Familien wirklich entlasten können. Nicht erst am Lebensende, sondern als Begleitung mitten im Leben,“ betont Peters-Bokelmann.
