Neue Impulse aus NRW-Treffen

Am 7. Mai nahm die Oberhausener Netzwerkkoordinatorin Nicole Peters-Bokelmann am NRW-weiten Kooperationstreffen der Koordinator:innen im Hospiz in Bochum teil. Dort ging es um den Erfahrungsaustausch, die Qualitätssicherung und die Frage, wie regionale Netzwerke ihre Arbeit weiterentwickeln können.

Das Treffen führte sieben der derzeit 13 Palliativnetzwerke in Nordrhein-Westfalen zusammen. Eingeladen hatten Andrea Gasper, Bundeskoordinatorin und Ansprechpartnerin für den Landesteil Rheinland, sowie Anne-Katrin Teichmüller für Westfalen-Lippe. Von 9.30 bis 16 Uhr tauschten sich die Teilnehmenden auch darüber aus, wie die Hospiz- und Palliativnetzwerke in Deutschland arbeiten und welche Ansätze sich auf die eigene Region übertragen lassen.

Das Palliativnetz Oberhausen e.V. ist als Verein erst seit 2024 organisiert, baut aber auf einer längeren Entwicklung auf: Bereits 2007 hatten die Hospizdienste in Oberhausen ein loses Netzwerk zu Sterben, Tod und Trauer gegründet. Heute bringt der Verein Akteur:innen der Hospiz- und Palliativversorgung zusammen, damit schwerstkranke und sterbende Menschen sowie ihre Angehörigen schneller passende Unterstützung finden. Grundlage der geförderten Netzwerkarbeit ist § 39d SGB V.

„Wir bekommen Informationen aus dem Bundesnetz und erfahren, wie andere Palliativnetze in Deutschland arbeiten“, sagt Peters-Bokelmann. Genauso wichtig sei der Austausch unter den Koordinator:innen: „Weil es diese Strukturen noch nicht lange gibt, ist es entscheidend, die eigene Arbeit zu reflektieren, Qualitäten zu sichern und neue Impulse mitzunehmen.“

In Bochum standen unter anderem zwei Methoden für die Netzwerkarbeit im Mittelpunkt: „Timeline“ und „Meilensteine“. Außerdem arbeiteten die Koordinator:innen mit Ergebnissen der HOPAN-Studie, die regionale Hospiz- und Palliativnetzwerke in Deutschland untersucht. Auch Oberhausen hatte an der Studie teilgenommen. Das dazugehörige Reifegradmodell hilft Netzwerken, ihren Entwicklungsstand einzuordnen und nächste Schritte abzuleiten.

Peters-Bokelmann nimmt nun u.a. die Arbeit mit den sogenannten Meilensteinen nach Oberhausen mit. „In Oberhausen passiert schon sehr viel. Aber es gibt keine festen Vorgaben, wie wir diese Arbeit sichtbar machen“, sagt sie. Die Methode könne helfen, über das Jahr hinweg zu zeigen, welche Themen das Netzwerk bewegt.

Dabei gehe es nicht darum, Oberhausen mit anderen Städten zu vergleichen. „Jedes Netzwerk ist anders, hat andere Strukturen und Möglichkeiten“, betont Peters-Bokelmann. Entscheidend sei vielmehr die Frage, was zur Stadt und zu den Partner:innen vor Ort passe. Die Impulse aus Bochum will sie nun in die Steuerungsgruppe des Palliativnetzes einbringen und anschließend konkrete Schritte für die Oberhausener Netzwerkarbeit ableiten.