„Die bekommt eh nichts mehr mit!“ – Die Wahrnehmung schwerstkranker Menschen

Im Rahmen der H.E.L.P.-Reihe (Hilfreiche Entlastung und lindernde Pflege) lädt das Palliativnetz Oberhausen e.V. zu einer Fortbildung ein, die sich mit einem oft unterschätzten Thema beschäftigt: der Wahrnehmung schwer erkrankter und sterbender Menschen.

Wenn Menschen im weit fortgeschrittenen Krankheitsverlauf sind, entsteht oft der Eindruck, sie würden kaum noch etwas mitbekommen. Doch Studien und Erfahrungen zeigen: Die Wahrnehmung bleibt häufig länger erhalten, als angenommen – nur verändert sich die Art, wie sie sich äußert. So weist u.a. eine Studie der University of British Columbia (2020) darauf hin, dass das Gehör bei vielen sterbenden Menschen bis zuletzt aktiv sein kann.

Die Fortbildung „Die bekommt eh nichts mehr mit“ – Möglichkeiten der Wahrnehmung bei Erkrankungen
findet am 1. April 2026 von 18 bis 20 Uhr
im Ambulanten Hospiz Oberhausen, Max-Planck-Ring 56, statt.

Im Mittelpunkt steht die Frage, wie Menschen auch bei eingeschränktem Bewusstsein – etwa durch die Erkrankung oder in der Sterbephase – ihre Umwelt wahrnehmen können. Angehörige und Begleitende erleben in solchen Situationen oft große Unsicherheit: Reagiert der Mensch noch? Kommt etwas an? Und wie kann man überhaupt noch in Kontakt treten?

Die Fortbildung vermittelt, woran sich erkennen lässt, dass Wahrnehmung weiterhin möglich ist, und zeigt Wege auf, wie Kommunikation auch ohne Worte möglich ist. Ein besonderer Fokus liegt auf der Bedeutung von Stimme, Berührung und Präsenz. Dieses Wissen kann helfen, das eigene Verhalten am Bett eines schwer erkrankten oder sterbenden Menschen bewusster zu gestalten.

Ziel ist es, für diese besondere Situation zu sensibilisieren und einen respektvollen, würdevollen Umgang zu stärken. Denn auch dann, wenn eine direkte Reaktion ausbleibt, kann die persönliche Ansprache weiterhin wichtig sein. Und es geht darum, nicht nur über einen Menschen zu sprechen, sondern ihn weiterhin in die Kommunikation einzubeziehen.

Die Veranstaltung richtet sich an eine interessierte Öffentlichkeit sowie an Menschen, die schwer erkrankte oder sterbende Personen begleiten – beruflich oder privat.Die Teilnahme ist kostenfrei, eine Anmeldung ist erforderlich.

Anmeldung:
Telefonisch unter 0208 / 810 11 10 oder über www.hospizakademie-oberhausen.de